Roller Derby „Kisses“: Die wunderschön verletzten Gemälde von Riikka Hyvonen

Die Spielerin der London Rollergirls, Cami Gabriel, ist das Derby-Mädchen hinter diesem nun verewigten ersten Facebook-Kommentar. „Beim Roller Derby sind soziale Medien sehr wichtig“, sagt sie. „Da wir eine Basisinitiative „für den Skater, durch den Skater“ sind, sind wir auf Mundpropaganda angewiesen, um unsere Spiele bekannt zu machen und sicherzustellen, dass wir diese Sporthallen füllen.“ Sie akzeptiert, dass es ein zweischneidiges Schwert ist, sich den sozialen Medien auszusetzen. Während ihre Instagram-Seiten für Derby-Mädchen nützlich und stärkend sind, können sie zu einer Anlaufstelle für Frauenfeinde werden, die körperbeschämende Kommentare hinterlassen. „Ich habe eine ziemlich interessante Beschwerde darüber gelesen, dass alle Hintern „dünnen weißen Mädchen“ gehörten. Wenn man bedenkt, dass ich am Derby teilnahm, weil ich das Gefühl hatte, dass mein Gewicht mich davon abhielt, andere Sportarten auszuüben, war das eher ironisch. Wenn ich einen wirklich tollen blauen Fleck bekomme, werde ich das weiterhin online posten. Es ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Sports und nichts, wofür ich mich schämen werde. Ich trage meine blauen Flecken auf jeden Fall mit Stolz.“

Hyvonen sieht blaue Flecken als etwas Schönes und etwas, auf das man stolz sein kann, und weist auf die Bedeutung hin, wie sie allgemein gesehen werden. In der Vergangenheit war es Frauen besonders wichtig, als Ware betrachtet zu werden. Ihre Untersuchungen zu diesem Thema finden sich bereits in ihrer Serie .ber Cute aus dem Jahr 2010, die von Malbüchern aus ihrer Kindheit inspiriert wurde. In dieser Serie wurde das Konzept der Niedlichkeit als feministischer Akt betrachtet. Mädchen wachsen mit Niedlichkeit auf, müssen diese aber als Erwachsene aufgeben, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit nicht verlieren wollen. Sie konnte keine Erklärung dafür finden, warum Niedlichkeit mit der Intelligenz eines Mädchens oder der Bedeutung eines Gemäldes zusammenhängt.

Hyvonen nahm sich ihrer Mädchenhaftigkeit hin und orientierte sich 2012 mit ihrer Tinkerbell-Serie an den Zeichnungen niedlicher Tiere aus ihrer Kindheit. Die Serie zeigt Paris Hiltons berühmtes Haustier Chihuahua mit großen Welpenaugen in einer Reihe glitzernder Wandhalterungen. „Ich habe sie an die Wand meines Ateliers gehängt wie Erinnerungen an siegreiche Jagdausflüge“, erinnert sie sich. In der Tinkerbell-Reihe kommentiert sie, wie wir in der modernen Gesellschaft dazu neigen, Lebewesen als Accessoires oder Trophäen zu betrachten. Dies schließt Frauen in der modernen Gesellschaft nicht aus, insbesondere weibliche Prominente wie Paris Hilton, deren Privatleben unter die Lupe genommen wird. Die Medien sind von den Männern, mit denen sie ausgehen, besessen, als wären sie deren Accessoires.

Es ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Sports und nichts, wofür ich mich schämen werde. Ich trage meine blauen Flecken auf jeden Fall mit Stolz.“

Offensichtlich objektiviert Hyvonen Frauen in Roller Derby Kisses, aber nicht mehr als sie. „Stolz auf seinen Ausschlag auf der Eisbahn zu sein, gilt als sexy, und der Glamour eines Derby-Kusses ist Teil der Objektivierung, die diese Frauen selbst vornehmen“, sagt sie. Etwas machte Klick, als Hyvonen zum ersten Mal sah, wie sich ihre Teammitglieder nach gut gespielten Spielen versammelten und einander wie Ehrenabzeichen ihre blauen Flecken zeigten. „Ich hatte das Gefühl, dass der feministische Gemeinschaftsgeist etwas Außergewöhnliches war und auf jeden Fall eine Erforschung wert.

Gleichzeitig faszinierte mich die Art und Weise, wie die Derby-Subkultur im Internet ihre eigenen Objektivierungen schafft. Fotos online zu stellen und zu kommentieren ist ein wesentlicher Bestandteil der kompromisslosen Darstellung von Schönheit.“

In der Welt von #FreetheNipple und #LoveYourLines bringen soziale Medien Roller Derby einem neuen Publikum näher, und Hyvonen möchte den Menschen helfen, Schönheit an allen möglichen unerwarteten Orten zu sehen. Das Internet ist für sie eine unverzichtbare, spontane und uneingeschränkte Inspirations- und Motivationsquelle. „Die Art und Weise, wie die Bilder, die die Derby-Mädchen von sich machen, zirkulieren und es noch mehr Menschen ermöglichen, sich mit einem alternativen Ausdruck von Schönheit zu identifizieren“, sagt sie. „Natürlich wünsche ich mir, dass meine Bilder unterschiedliche Gedanken und Interpretationen wecken. Ich hoffe, dass die Menschen nach dem möglichen ersten Schock Schönheit in ihnen finden können. Und vielleicht dadurch ihre eigene Art, die Schönheit der Dinge zu verstehen, erweitern.“

Dieser Artikel erschien erstmals in der Hi-Fructose-Ausgabe 38. Eine gedruckte Kopie der vollständigen Ausgabe erhalten Sie hier.

Credit Post By: Caro

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