AISTĖ STANCIKAITĖ nutzt die Malerei, um MENSCHLICHE GESCHICHTEN zu erschaffen

„Ich bin zutiefst fasziniert von den Feinheiten der menschlichen Erfahrung, sowohl physischer als auch psychischer Natur“, sagt Stancikaite. „Während meine Arbeit oft den menschlichen Körper darstellt, liegt mein Fokus eher auf der Erforschung der psychologischen und philosophischen Aspekte des Menschseins.“

Die fotorealistische Qualität von Stancikaites Arbeit, die die Figuren so einfängt, als ob sie sich mitten in einer Aktion befänden, verstärkt die Verbindung zwischen dem Betrachter und den Motiven.

„Ich lasse mich von verschiedenen Kunstformen inspirieren, und obwohl die Fotografie einen großen Einfluss hatte, fühle ich mich zunehmend zu anderen Medien wie Poesie und Text hingezogen“, erklärt sie. „Trotzdem bleibt die Fotografie für mich ein wichtiges Werkzeug bei der Schaffung meiner Arbeit. Da sie sehr figurativ ist, nutze ich die Fotografie, um meine eigenen Bezüge zu schaffen und dabei auf die Genauigkeit von Proportionen und Struktur zu achten. Darüber hinaus tendiere ich natürlich zu fotografischen oder filmischen Kompositionen, die ich in meine Arbeit einbeziehe und Bilder als eingefrorene Momente betrachte, ähnlich wie Standbilder aus einem Film oder einem Traum.“

Sie stellt sehr detaillierte Teile des Bildes den unscharfen Teilen der Gemälde gegenüber, so dass sowohl einzigartige physische Eigenschaften sichtbar werden als auch die Anonymität des Motivs gewahrt bleibt. Es ist ein sehr empfindliches Gleichgewicht zwischen dem Offengelegten und dem Verborgenen.

Die menschliche Gestalt dient als Kanal für das Geschichtenerzählen, wobei der Körper zu einer metaphorischen Landschaft wird.“

„Ich berücksichtige diesen Aspekt während meines gesamten kreativen Prozesses sorgfältig. Für mich ist es entscheidend, mich nicht auf ein Individuum an sich zu konzentrieren, sondern die Figur als Symbol für eine universelle menschliche Erfahrung zu verwenden“, sagt sie. „Hier kommt der Entscheidung, Gesichter zu verdecken oder Nahaufnahmen zu zeigen, Bedeutung zu. Dadurch möchte ich den Fokus von bestimmten Personen weglenken und stattdessen die Betrachter dazu einladen, sich auf einer persönlichen und introspektiven Ebene mit dem Kunstwerk auseinanderzusetzen. Diese Figuren oder Gesichter sollen Emotionen hervorrufen und als Hintergrund oder Leinwand dienen, damit die Betrachter ihre Gedanken und Gefühle erforschen oder über die menschliche Verfassung im weiteren Sinne nachdenken können, anstatt sich auf die spezifische Geschichte eines Individuums einzulassen.“

Stancikaites Werk verbindet das Greifbare mit dem Ätherischen. In ihren Gemälden gibt es eine Wahrnehmung von Empfindungen. Figuren tragen Kleidungsstücke oder halten Gegenstände, die knittern und falten, als wären sie aus Leder oder Seide. Hautfalten entstehen, wenn die Muskeln scheinbar angespannt bleiben oder sich entspannen. Hände berühren oft etwas. Manchmal scheint es, als könne man spüren, was die Figur fühlt.

„Mein kreativer Prozess beginnt typischerweise mit einem Bild in meinem Kopf oder einem Gefühl, das darauf wartet, ausgedrückt zu werden“, sagt Stancikaite. „Ich versuche dann, dies in eine visuelle Referenz zu übersetzen, indem ich meine eigenen fotografischen Collagen erstelle und Kompositionen zusammenstelle, die als Ausgangspunkt für jedes Stück dienen. Obwohl ich nicht mit lebenden Modellen arbeite, nutze ich bei Bedarf meinen Körper als Referenz, sodass ich die kreative Kontrolle über meine Themen und Erzählungen behalten kann.“

Stancikaite erlangte zunächst einen Ruf für ihre monochromatischen Zeichnungen, die typischerweise mit roten oder rosa Farbstiften angefertigt wurden. Auch kräftige Rosa- und Rottöne dominierten oft ihre Bilder. In jüngerer Zeit hat Stancikaites Palette jedoch zugenommen

erweitert um die reichhaltige Verwendung von Lila und Blau, was die traumhafte Qualität ihrer Bilder noch verstärkt.

„Mein Malprozess ist sehr langsam und vielschichtig. Ich baue Farbe und Form in dünnen Schichten und Lasuren auf und lenke den Blick des Betrachters intuitiv auf den Mittelpunkt der Komposition. Dabei nutze ich das Zusammenspiel von Licht und Schatten, um ein Gefühl von Tiefe und Erzählung hervorzurufen“, erklärt Stancikaite. „Farbe spielt eine entscheidende Rolle bei der Verstärkung der emotionalen Resonanz meiner Kunstwerke, wobei jede Schicht zur Gesamtstimmung und Atmosphäre beiträgt. Während ich mit einer allgemeinen Richtlinie für die Farbe beginne, entwickelt sich meine Palette im Verlauf des Gemäldes oft organisch weiter, geleitet von Intuition und Experimenten und manchmal auch von glücklichen Zufällen.“

Im Diptychon „Wherever I Am Not – Somewhere I Should Be“ präsentiert Stancikaite zwei Bilder einer behandschuhten Hand, die nach einer Schulter greift, als ob die Person eine Selbstmassage übt. Die Haltung der Figur ist etwas mehrdeutig, als ob sich das Subjekt irgendwo zwischen einem Zustand der Angst und einem Zustand der Erleichterung befinde.

Credit Post By: Liz Ohanesian

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